Aus dem Familienrecht Wechselmodell Pro und Contra

January 20, 2016

Beim Wechselmodell bieten beide Elternteile dem Kind ein Zuhause. Das Wechselmodell wird auch als Doppelsresidenzmodell, Pendelmodell oder Paritätsmodell bezeichnet. Es bedeutet, dass nach einer Trennung die Eltern ihr Kind gleichwertig betreuen. Doch was sind die Vor- und Nachteile eines solchen Modells?

 

Der größte Vorteil für das Kind besteht sicherlich darin, dass es den Kontakt zu beiden Eltern gleichwertig erlebt. Dies ist in der Regel auch ein grosses Bedürfnis des Kindes nach einer Trennung der Eltern. Zudem müssen sich weder Vater noch Mutter als "Wochenendelternteil" fühlen.

 

Auf der anderen Seite erfordert das Wechselmodell aber auch zwei Haushalte. Es kann also auch eine finanzielle Mehrbelastung für die Eltern enstehen. Außerdem kann der regelmässige Wechsel des Kindes von einem Haushalt in den anderen dazu führen, dass das Kind das Gefühl hat, eigentlich kein richtiges Zuhause, welches es als sein "Nest" empfindet, zu haben. Das Kind lebt quasi "aus dem Koffer".

 

Häufig hat das Familiengericht darüber zu entscheiden, ob ein Wechselmodell auch gegen den ausdrücklichen Willen eines Elternteils angeordnet werden kann. Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 24.06.2015 - 1 BvR 486/14 - hierzu wie folgt entschieden: "Es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Anordnung einer paritätischen Betreuung unter Hinweis auf im Einzelnen dargelegte erhebliche Kommunikationsschwierigkeiten sowie eine nachvollziehbar prognostizierte weitere Steigerung des hohen Konfliktpotentials der Eltern als nicht dem Kindeswohl entsprechend abgelehnt wird."

 

 

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